Herzlich willkommen bei der Kreisverkehrswacht Elbe-Elster

Im folgenden ein Einblick in die vielfältige Arbeit der Kreisverkehrswacht Elbe-Elster.


Wenn es auf der Straße kracht.... Ein Unfall passiert - wie verhalte ich mich richtig?

Finsterwalde (dbe). Ein Unfall, egal ob selbst- oder unverschuldet, ist ärgerlich. Doch zusätzlichen Ärger kann man sich einhandeln, wenn man hinterher das Falsche macht. Aber was ist das Richtige? Darüber informiert Peter Zieris, Leiter der DEKRA-Außenstelle in Finsterwalde, bei der nächsten Verkehrsteilnehmerschulung, zu der die Kreisverkehrswacht Elbe-Elster am Montag, 4. November 2019, um 18 Uhr in den großen Saal der Kreismusikschule in der Tuchmacherstraße 22 einlädt.

Hier berichtet der erfahrene Prüfingenieur auch über seine alltägliche Arbeit und über die Angebote der DEKRA. Die Experten sind gefragt, wenn Gutachten nach einem Unfall sowohl an der Unfallstelle als auch am Fahrzeug notwendig werden, wenn Umbauten an Pkw oder Motorrad erfolgen sollen oder müssen, weil zum Beispiel der Fahrer ein gesundheitliches Handicup hat, wenn man den Führerschein verloren hat und bei einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) seine Fahreignung nachweisen muss.

Am Ende informiert Peter Zieris noch, wie die DEKRA den Lausitzring nutzt. Mitglieder und weitere Interessenten sind zu der interessanten Veranstaltung eingeladen, bei der natürlich auch die Fragen der Teilnehmer beantwortet werden.


Neue Termine für Sicherheitstrainings 2019

Finsterwalde/Massen. Sein Fahrzeug immer gut im Griff zu haben, auch in Extremsituationen, wenn man mal auch auf glatter Straße schnell bremsen muss, das erlernen Auto- und Motorradfahrer bei einem Sicherheitstraining auf dem Verkehrsübungsplatz in Massen. Unter der professionellen Anleitung von Hubertus Koslowski, einem erfahrenen Sicherheitstrainer bei der Kreisverkehrswacht Elbe-Elster, lernen die Teilnehmer, gefahrlos die Grenzen ihres Fahrzeuges kennen. Sie erlernen Fahrtechniken, mit denen man im Ernstfall besser gewappnet ist.

Im zweiten Halbjahr 2019 bietet die Kreisverkehrswacht Elbe-Elster e.V. Sicherheitstrainings zu folgenden noch freien Terminen an: 24. und 31. August, 7., 21. und 28. September, 12. Oktober, 9. und 16. November. Weitere Termine darüber hinaus können vereinbart werden.

Anmeldungen in der Finsterwalder Geschäftsstelle der Kreisverkehrswacht Elbe-Elster, Tuchmacherstraße 22 zu den Bürozeiten (Montag bis Donnerstag von 8 bis 12 Uhr), oder telefonisch unter 03531 50 19 01, Fax 03531 50 19 03, E-Mail: info@verkehrswacht-ee.de

Der Verkehrsübungsplatz in Massen ist einer der wenigen und größten der Deutschen Verkehrswacht im Land Brandenburg.

dbe


Wo Pfeffer die Lippen zum Schwingen bringt

Radler folgen der Einladung der Kreisverkehrswacht - und probieren Zeischaer Kribbelpfeffer auf der Plantage von Roland Graeff

Finsterwalde/Zeischa. Lebende Jakobsmuscheln zucken noch im Mund und Sekt prickelt auf der Zunge, aber dass die Lippen regelrecht in Schwingungen versetzt werden, dass schafft nur Szechuanpfeffer. Die Radler, die der Einladung der Kreisverkehrswacht Elbe-Elster gefolgt waren, dorthin zu fahren „wo der Pfeffer wächst“, haben dieses Gefühl genossen. Roland Graeff, der Baumschulgärtner aus Zeischa, will in seinem Ruhestand ein neues Experiment wagen: den Pfefferanbau.

Seit langem steht – eher unbeachtet - ein Pfefferbaum in seiner Plantage, doch erst seit gut vier Jahren widmet sich der studierte Diplomingenieur dem Gewürz aus Asien. Auf einer Versuchsplantage von 1,2 Hektar baut Roland Graeff Pfeffer an – genauer Szechuanpfeffer. Der Name leitet sich von der zentralchinesischen Provinz Sichuan ab, wo diese Pflanze heimisch ist, gern als Gewürz, aber auch Naturmedizin verwendet wird. Roland Graeff erklärt den Radlern: „Nicht die Kerne, sondern die Samenkapseln der dornigen Sträucher werden zu einem Gewürz zermahlen. Szechuanpfeffer ist nicht scharf, die Pflanze ist näher mit der Orange verwandt als zum Beispiel mit dem gewöhnlichen Pfeffer oder der Chilischote.“ Aber das Gewürz hat eine andere ungewöhnliche Eigenschaft: Es erzeugt auf den Lippen ein kribbelndes Gefühl, als würden die Lippen vibrieren und dann taub werden. Gerichte mit Szechuanpfeffer gewürzt gelten nicht nur in China, wo auch die Blätter der Pflanze verwendet werden, als eine Delikatesse.

Zeischaer Kribbelpfeffer findet reißenden Absatz. So gibt er der Rehknacker von Fleischer Weiland in Doberlug-Kirchhain mit dem einzigartigen Aroma eine besondere Note. Auch im örtlichen Gasthof „Zum Elstertal“ werden die Bratengerichte mit dem Pfeffer von der Plantage um die Ecke gewürzt, wie sich die Radler überzeugen konnten. Inzwischen wird Pfeffer sogar in der Schokolade, im Eis und im Eierlikör verwendet – „für Berliner ist es ein Event, den Pfeffer selbst zu pflücken“, weiß Roland Graeff.

Doch soweit ist es noch nicht. „Wir haben zwei magere Jahre hinter uns“, bedauert der Baumschulgärtner. „Pfeffer braucht viel Wasser, das hat uns gefehlt.“ So seien die geringen Mengen, die er bisher geerntet hat, kaum der Rede wert, sagt er. Einem Gurkenproduzenten musste er schon absagen, weil der Pfeffer in Tonnen bestellt hat. Der Zeischaer hofft, von seinen etwa 600 Pflanzen mal eine halbe bis zu einer Tonne ernten zu können, wenn es hoch kommt vielleicht sogar 2,5 Tonnen. Bis dahin experimentiert Roland Graeff noch mit seinen besonderen Pflanzen, die er in zahlreichen Varianten, so aus Korea, aus Nepal, aus Japan, sogar aus Amerika, wo die Indianer Pfeffer am sogenannten „Zahnwehbaum“ gegen Zahnschmerzen ernten, in seiner Plantage angebaut hat. Gern, so erklärt Roland Graeff beim Abschied, lädt er Interessenten zu Führungen durch seine Pfefferplantage ein, telefonischer Kontakt für Anmeldungen unter 035341 12360 oder mobil 0177 44 22 575.

Für die kleine Radlertruppe war dieser Ausflug in die Welt des Pfeffers „ein tolles Erlebnis“, wie nicht nur Gabriele Wienigk schwärmte. Die fast 70 Kilometer lange Radtour von Finsterwalde nach Zeischa und zurück war auch gewürzt mit Kultur und Naturerlebnissen in der Liebenwerdaer Heide. Gleich bei der ersten Station in Fischwasser führte die Kirchenälteste Rosel Richter durch die kleine schmucke Fachwerkkirche, die 1620 erbaut wurde, fast 20 Jahre später kam der frei stehende Glockenturm dazu. Rosel Richter: „Darin befinden sich eine kleine Glocke von 1410 und eine große Glocke von 1798. 1995 entfernte man in einer umfangreichen Sanierungsmaßnahme die aus der DDR-Zeit stammenden Asbestverkleidung vom Glockenturm. Heute ist der Turm wieder mit Holz verkleidet.“ Die Orgel auf der Empore stammt vom einst bekannten Sonnewalder Orgelbauer Schröter. Jedes Jahr zu Himmelfahrt platzt die kleine Kirche aus allen Nähten – wenn zu Beginn des Männertages bei den traditionellen Konzerten kein Stuhl mehr frei bleibt.

Dieter Babbe 


Wie Vanessa Ziercke in Pechhütte zur Nonne Tinh Hanh geworden ist



Zuerst bekam ich zwar keinen Schreck, war aber dennoch überrascht. An der Tür begrüßt uns eine junge Frau mit einem braunen langen Umhang und einem völlig kahl geschorenen Kopf. Ich hatte Vanessa Ziercke, die jetzt Schwester Tinh Hanh heißt, nach meinem ersten Besuch vor einem Jahr noch mit längeren Haaren in Erinnerung. Doch hübsch und freundlich ist sie noch immer. Die 28-Jährige bat die Gäste in den alten Bauernhof, der seit zwei Jahren ein buddhistisches Kloster ist. Hier erklärte die junge Frau, die inzwischen zur Nonne ordiniert wurde, dass es für Mönche und Nonnen Brauch sei, ohne Haare auf dem Kopf zu leben, jede Woche werde er kahl geschoren.

Zunächst konnten sich die Radler der Familienradtour, die die Kreisverkehrswacht Elbe-Elster traditionell einmal jährlich veranstaltet, nach der zwar kurzen, aber zumindest für die jüngste Teilnehmerin – für die siebenjährige Jana war es die erste längere Fahrt auf dem kleinen Kinderfahrrad, stärken. Schwester Tinh Hanh und eine weitere Klosterbewohnerin aus Vietnam hatten ein leckeres vegetarisches Mittagsmahl vorbereitet. Die Nonne läutete mit einem kleinen Glöckchen den stillen Genuss der Linsensuppe und Nudeln, des Salates und der Frühlingsrolle sowie dem Spinat ein. Nach dem zweiten Läuten konnte Nachschlag geholt und dann auch gesprochen werden. Die gemeinsame Mittagsrunde war schon eine Art Meditation, die bewusste Konzentration auf das Essen.

Viele Fragen hatten die Radler: Wie fand der Mönch den Weg in das kleine Pechhütte? Warum wird ein junges Mädchen, das in Hamburg geboren ist, zunächst in Weimar Klavier und später ein Lehramtsstudium absolviert hat, buddhistische Nonne? Wie lebt es sich in der scheinbaren Einsamkeit - ohne Fernseher, aber mit Internet? Einsam sei Schwester Tinh Hanh nicht, sagte sie. Regelmäßig kämen Besucher aus der Nähe und aus der Ferne, das Nonnenkloster sei einzigartig in Deutschland. Vor allem die Meditationskurse zögen viele Menschen an, egal welchen Glauben sie hätten. Und auch sonst sei der Tagesablauf im Kloster sehr abwechslungsreich.

Beim Gesang von meditativen Liedern und bei einer anschließenden Gehmeditation zum und durch den nahen Wald von Pechhütte und zum Schluss bei einer Sitzmeditation im Gebetsraum vor einer großen Buddha-Statue lernten die Teilnehmer die Grundlagen der Meditations- und Achtsamkeitspraxis kennen. In einer hektischen stressvollen Welt ist das Kloster in Pechhütte ein Ort des Friedens, der Harmonie und der Stille, eine Insel, die Menschen verschiedenen Glaubens zusammenführt. Schwester Tinh Hanh lud zum Wiederkommen ein: Jeden Donnerstag finden von 18.30 bis 20.30 Uhr für alle Interessenten Meditationskurse statt, immer dienstags zur gleichen Zeit wird das Meditieren mit dem Singen verbunden. Am 25. August wird ab 10 Uhr im buddhistischen Kloster in Pechhütte Vu Lan gefeiert, ein Fest zur Würdigung der Ahnen.

Deutlich lauter ging es vor dem Klosterbesuch im Feuerwehrgerätehaus zu. Hier berichtete Zugführer Steffen Zoch von der verantwortungsvollen Arbeit der kleinen Wehr, die nur acht Mitglieder hat, die alle auch beruflich tätig seien. „Dennoch ist unsere Arbeit wichtig“, erklärte der Zugführer, berichtete von jüngsten Einsätzen beim großen Brand in der Finsterwalder Bürgerheide, auch das Feuer im Haus der Freundschaft, das durch Brandstiftung nur noch eine Ruine hinterlassen hat, ist noch in guter Erinnerung. 15 Einsätze hatten die Pechhütter Kameraden in diesem Jahr bereits, vor allem viele Hilfeleistungen seien dabei. Dennoch gab es am Tag der Familienradtour noch einen ganz besonderen Einsatz. Die Feuerwehrleute hatten alle Hände voll beim Dorf- und Kinderfest zu tun, das hinter dem Gerätehaus stattfand, und wo schon am Vormittag ein Schwein am Spieß lecker duftete. Ein paar Meter weiter befindet sich der tolle Spielplatz, wo Jana zum Abschluss des Besuches in Pechhütte alle Geräte ausprobierte.

Eine interessante Radelrunde für die Familie, an der diesmal – leider nur wenig Kinder, aber vor allem Ältere teilgenommen haben. Der am weitesten gereiste Teilnehmer kam aus dem bayrischen Ingolstadt: Für den neunjährigen Sandro haben jetzt erst die Sommerferien begonnen, die der Steppke am Anfang bei Oma und Opa in Finsterwalde genießt.

Dieter Babbe
Vorsitzender der Kreisverkehrswacht Elbe-Elster e.V.

Schnappschüsse vom Verkehrstag 2019

Fußballer vom RB Leipzig holt Pokal beim Kart-Rennen um den "EE-Preis" in Massen

Finsterwalde/Massen. Eigentlich ist er ein leidenschaftlicher Fußballer – mit großen Hoffnungen auf ganz oben. Maximilian Kummer aus Gruhno kickt bei den Junioren vom RB Leipzig, wohin er vom FC Energie Cottbus gewechselt ist. Der 14-Jährige hat nicht nur einen, er hat zwei starke Füße, verrät er auf FuPa.net. Am letzten Wochenende hat das Maximilian Kummer erneut unter Beweis gestellt – allerdings nicht beim Fußball, sondern beim Kart-Rennen. Erstmals sei er in einen solchen schnellen Flitzer gestiegen – und gewinnt beim Verkehrstag der Kreisverkehrswacht Elbe-Elster in seiner Altersklasse den „Großen Preis des Elbe-Elster-Kreises“, gefolgt von Leon Timpe aus Finsterwalde.

Ausgezeichnet organisiert – dieses dicke Lob geht an die Sportfreunde um Vereinschef Eckhard Krüger vom MC Lebusa, der fast vollzählig am Verkehrstag in Massen erschienen war. Unfallfrei ging auf dem Verkehrsübungsplatz das schon traditionelle Kart-Slalom-Rennen über die Bühne.

Auf der anderen Seite des Platzes hatten der FIWA Raser Verein seine Startboxen. Hier dröhnten erstmals die Motoren der neuen Karts, die der Verein zu Beginn des Rennens von den Finsterwalder Stadtwerken als Sponsor übergeben bekam. Geschäftsführer Andy Hoffmann will damit den Motorsport in Massen fördern und vor allem jungen Leuten die Möglichkeit bieten, den Umgang mit der Technik zu erlernen und Spaß an einem interessanten Hobby zu haben. Künftig soll auf dem Motodrom direkt an der Bundesstraße und vor den Toren der Sängerstadt wieder öfters der Klang von Motoren zu hören sein, kündigen die FIWA Racer an.

Blickfänge am Verkehrstag waren auch diese beiden: der 40-Tonner Lkw von Arno Eckert, dem Kraftfahrer der Firma LkwTeile24.de in Peitz, der einen neuartigen und sehr wirkungsvollen Abbiegeassistenten vorgestellt hat, dessen Kamera am Außenspiegel einen Winkel von immerhin 210 Grad erfassen kann, und die motorisierten Minis von Jörg Ehrich und Tino Deutschland. Die beiden Hobbybastler haben kleine ferngesteuerte Fahrzeuge vorgestellt – und wollen jetzt sogar eine Rennserie ins Leben rufen.

Wie wichtig eine Codenummer am Fahrrad ist, wird ein Verkehrswächter jetzt erleben: Ihm ist der neue Drahtesel, obwohl er angeschlossen war, vor dem Wohnhaus gestohlen worden. Sollte er gefunden werden, kann der Besitzer schnell gefunden werden. Beim Verkehrstag sind wieder etliche Fahrräder codiert worden. Besucher haben an Seh- und Reaktionstestgeräten überprüft, wie fahrtüchtig sie sind.

Ein Original sorgte an dem Tag allerdings für eine besondere Aufmerksamkeit. Arthur Möller, „Deutschlands Gefahrentrainer Nummer 1“, kam aus Frankfurt/Main erstmals in die Sängerstadtregion. Am frühen Morgen stellte der erfahrene Kfz-Sachverständige, Unfallanalytiker und Vorsitzende der Stiftung zur Vermeidung von Verkehrsopfern, der selbst seit fünf Jahrzehnten unfallfrei fährt, eines seiner „Unfalldenkmäler“ auf dem Finsterwalder Marktplatz vor, machte Marktbesucher auf sich aufmerksam, die hier – und später auch die Besucher auf dem Autodrom in Massen - eine interessante Verkehrsteilnehmerschulung unter freiem Himmel erlebten.

Übrigens: Nach dem Kart-Slalom konnte Florian Ruich aus Hohenleipisch zum zweiten Mal einen Goldpokal samt Geldpreis entgegen nehmen. Bereits im vorigen Jahr siegte der Zehnjährige in seiner Altersklasse, gefolgt von seinem Bruder Lucas, Platz drei belegte Tristan Wäsche.

Ein Extralob an Loreen Schäffter vom FIWA Racer Verein, die zusammen mit anderen, in vorbildlicher Weise die Versorgung übernommen hat.


Mit Kart-Flitzern in Massen um den „Großen Preis des Elbe-Elster-Kreises“

Deutschlands  Gefahrentrainer Nummer 1 beim Verkehrstag am Sonnabend, 22. Juni 2019, in Finsterwalde und Massen dabei

 

Massen/Finsterwalde (dbe). Um den „Großen Preis des Elbe-Elster-Kreises“ geht es beim Verkehrstag der Kreisverkehrswacht Elbe-Elster am Sonnabend, 22. Juni, ab 10 Uhr auf dem Motodrom in Massen. Beim Kart-Slalom für jedermann, betreut vom MC Lebusa, werden die geschicktesten und schnellsten Fahrer ab acht Jahren in den kleinen Flitzern gesucht, die Besten in vier Altersklassen werden mit Pokalen und Geldpreisen geehrt. Und es gibt einen bisher derart einzigartigen Versuch, mit Schocknachrichten und -bildern für schwere Unfälle zu sensibilisieren.  "Deutschlands Gefahrentrainer Nummer 1" kommt aus Frankfurt/Main nach Finsterwalde und Massen. 

Wie man schwere Unfälle vermeiden kann, die immer wieder beim Abbiegen von Lkw durch den „toten Winkel“ entstehen, wird die Peitzer Firma Lkw-Teile24 GmbH demonstrieren, die einen eigenen wirkungsvollen, aber sehr preiswerten Abbiegeassistenten vorstellen wird. „Unsere Firma hat ein Toter-Winkel-Kamera-System entwickelt. Die Kamera wird am rechten Außenspiegel montiert, ein kleiner LED-Monitor im Kabinenraum ermöglicht es dem Fahrer, den kompletten toten Winkel zu überblicken“, erklärt Geschäftsführer Sven Minetzke. Das lebensrettende Abbiegesystem ist mit 500 Euro deutlich günstiger, als bisher angebotene Produkte, sagt der Chef – und hofft: „Ich möchte keine Berichte mehr über getötete Fahrradfahrer lesen.“ Ein schwerer Unfall in Cottbus hat Sven Minetzke auf die Idee mit dem neuartigen Abbiegeassistenten gebracht.

Ein Mann rast mit seinem Pkw Golf, das Handy am Ohr, gegen einen Baum. Er und seine beiden Kinder sterben im Auto – drei Tote. Dort, wo der Motor ist, steckt ein Baum. Das Auto ist nicht mehr als Auto erkennbar. Mit diesem Bild will Arthur Möller Aufmerksamkeit erzeugen – und mit Verkehrsteilnehmern ins Gespräch kommen. Er bringt das „Unfalldenkmal“ auf einem Anhänger zum Verkehrstag – das steht am 22. Juni zunächst gegen 9.30 Uhr auf dem Finsterwalder Marktplatz und danach gegen 11 Uhr und noch einmal gegen 14 Uhr auf dem Übungsplatz in Massen. Hier wie dort lädt der 79-Jährige, der im Berufsleben Testingenieur und Chef vom TÜV Frankfurt/Mai und seit dem Ruhestand Vorsitzender der Stiftung zur Vermeidung von Verkehrsopfern in Deutschland e.V. ist, Interessenten auch zu Testfahrten durch die Stadt und durch die Region ein. „Ich will anschaulich und nachvollziehbar demonstrieren, wie man innerhalb der Verkehrsregeln schnell und dennoch sicher fahren kann, ohne einen Unfall zu bauen“, sagt ein Mann, der seit fünf Jahrzehnten unfallfrei fährt und mehrmals für seine spektakuläre Art der Verkehrserziehung gewürdigt wurde.

Auf dem Übungsplatz werden Mitglieder vom FIWA Racer Verein erstmals mit für die Organisation des Verkehrstages sorgen, sich um die Versorgung kümmern,  natürlich auch ihre Carrera-Autorennbahnen aufbauen und erstmals auch eigene Kart-Autos ins Rennen schicken. Und das alles - und auch das ist eine Schocknachricht - der Vereinsvorsitzende nach einem schweren Verkehrsunfall in einem Leipziger Krankenhaus liegt. Wir wünschen Marko auf diesem Wege gute Besserung. Deine Vereinsmitglieder kümmern sich um alles.  Um 10 Uhr übernehmen sie die Fahrzeuge vom Sponsor, den Finsterwalder Stadtwerken. Der Verein will damit in Zukunft auf Massener Autodrom, einer der wenigen Übungsplätze der Verkehrswachten in Brandenburg, den Motorsport wieder aufleben lassen.

Und selbstverständlich sind auch die Verkehrswächter bei ihrem Verkehrstag aktiv. Sie laden Verkehrsteilnehmer ein, an modernen Geräten die Reaktions- und Sehfähigkeit und mit einer Rauschbrille die Wirkung von Alkohol zu testen, Radler können ihre Drahtesel codieren lassen. Erstmals seit Jahren wird auch die Elbe-Elster-Polizei bei einem Verkehrstag der Kreisverkehrswacht dabei sein, über ihre Arbeit berichten, aber auch Hinweise aus der Bevölkerung entgegen nehmen. 

Lebusaer führen Regie beim Kart-Rennen
 Carrera-Automodellsportler wollen Motorsport in Massen aufleben lassen

Massen (dbe). Der MC Lebusa, eine bekannte Adresse in Brandenburg für den Kart-Sport, führt Regie, wenn die Kreisverkehrswacht Elbe-Elster beim Verkehrstag am Sonnabend, 22. Juni, um 10 Uhr auf dem Autodrom in Massen wieder den Startschuss um den „Großen Preis des Elbe-Elster-Kreises“ gibt. Die Besten werden in vier Altersgruppen ermittelt, Sieger ist, wer einen Geschicklichkeitsparcours am schnellsten und möglichst ohne Fehler passiert. Auf die jeweils drei Erstplatzierten warten Gold-, Silber- und Bronze-Pokale sowie  Geldpreise von insgesamt mehr als 400 Euro.

Den MC Lebusa gibt es bereits seit 1950, nach der Wende hat der Verein zwei Abteilungen gegründet: die Geländesportart Motorradbiathlon und den Kart-Slalom, für den sich vor allem ein Dutzend junge Leute interessieren. Die Schützlinge von Eckhard Krüger haben in diesem Jahr schon mal einen guten Start hingelegt. Beim ersten von sechs Wertungsläufen, der auf der Heimstrecke in Lebusa stattfand, hat der junge Oskar Fuhlbrück auf der Heimstrecke in der Altersklasse 8 bis 9 einen ersten Platz belegt. Der 13-Jährige Timi Fritze wurde Dritter in seiner Altersklasse, das Lebusaer Team belegte nach dem Wertungslauf insgesamt einen dritten Platz in der Mannschaftswertung. "Ein tollen Erfolg gleich zum Saisonauftakt", lobt Teamchef Eckhard Krüger.

Beim Verkehrstag der Kreisverkehrswacht Elbe-Elster in Massen beginnt das Rennen mit einer Probe- und zwei Wertungsrunden – ab 9 Uhr kann man sich warm fahren. Das Startgeld für jeden Teilnehmer beträgt fünf Euro. Beim ersten Rennen um den „Großen Preis des Elbe-Elster-Kreises“ im vorigen Jahr, das  nach Dauerregen abgebrochen werden musste, waren Florian Ruich aus Hohenleipisch, Julian König sowie sein Bruder Jeremy König aus Doberlug-Kirchhain und Christian Löschke aus Finsterwalde die Sieger in den vier Altersklassen.

In diesem Jahr wird die Kreisverkehrswacht Elbe-Elster auch vom FIWA Racer Verein unterstützt. Er wird in diesem Jahr erstmals die Versorgung übernehmen. Der Verein hat sich eigene Karts angeschafft, die beim Verkehrstag gegen 10 Uhr von einem Sponsor, den Finsterwalder Stadtwerken, übergeben werden. Künftig soll es auf dem  Autodrom in Massen wieder regelmäßig Motorsportveranstaltungen geben.

 

 

  1. Arno aus Peitz zeigt, wie er am Lkw den toten Winkel austrickst

 

Jährlich sterben in Deutschland im Schnitt 28 Radler beim Abbiegen von Lastern

 

 

 

Massen/Peitz (dbe). Lkw-Fahrer werden nicht ohne Grund als die „Könige der Straße“ bezeichnet. In der Tat sind sind ihre Fahrzeuge die stärksten im Straßenverkehr. Was nicht ohne Folgen bleibt. Im so genannten „toten Winkel“ kann der Lkw-Fahrer nicht oder nicht rechtzeitig erkennen, wer neben ihm fährt.  Das führt immer wieder zu schweren Unfällen – vor allem mit Radfahrern, die neben den Fußgängern zu den schwächsten im Straßenverkehr  gehören. 

 

Jeder Lkw ist mit insgesamt sechs Spiegeln – vier davon auf der rechten Seite – ausgestattet. Dieses System aus Außen- und Zusatzspiegeln macht beim Rechtsabbiegen schwächere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger oder Fahrradfahrer für den Lkw-Fahrer besser sichtbar und verringert den toten Winkel, der ohne Zusatzspiegel rund 38 Grad beträgt.  Dennoch bleibt ein nicht einsehbarer Bereich von rund vier Grad, heißt es bei der Deutschen Verkehrwacht. Dem ADAC zufolge sterben im Schnitt jährlich 28 Radfahrer, weil sie von Lastwagenfahrern im toten Winkeln übersehen werden.

 

Nach einem schweren Unfall in Cottbus kam Sven Minetzke, Geschäftsführer der Peitzer Firma Lkw-Teile24.de auf die Idee, einen Abbiegeassistenten zu entwickeln. Worin der sich von anderen auf dem Markt unterscheidet: Eine Kamera ist am Außenspiegel angebracht, die den gesamten toten Winkel erfasst. Das Bild gelangt über einen Monitor ins Fahrerhaus, wo der Fahrer genau überblicken kann, wer oder was sich neben seinem Fahrzeug befindet. 

 

Arno Eggert, Kraftfahrer der Firma Lkw-Teile24.de nutzt diesen Abbiegeassistenten – und weiß die Vorteile zu schätzen. „Bei anderen Geräten gibt es akustische Signale. Als Kraftfahrer weiß ich aber nicht, was genau das Signal ausgelöst hat – oftmals sind es Gegenstände. Dadurch lässt die Aufmerksamkeit und Konzentration beim Fahrer auf diese Signale nach“, erklärt Arno Eggert. „Bei unserem Abbiegeassistenten sehe ich genau im gesamten Bereich des toten Winkels, wenn sich hier ein Radfahrer oder Fußgänger aufhält. Ich fahre seit mehr als eineinhalb Jahren damit und möchte das Gerät nicht mehr missen.“

 

Gesetzlich verpflichtend sind Abbiegeassistenten derzeit noch nicht. Aber: Die EU-Kommission will eine solche Pflicht ab 2022 für solche und weitere Hightech-Fahrhilfen in Autos einführen. Dazu gehören auch Kontrollsysteme, die bei übermäßigem Alkoholkonsum den Start des Autos blockieren. Ende März einigten sich darauf die Unterhändler des EU-Parlaments und der Mitgliedstaaten in Brüssel.

 

Beim Verkehrstag der Kreisverkehrswacht Elbe-Elster am Sonnabend, 22. Juni, in Massen  wird Arno Eggert mit seinem Lkw aus Peitz anrollen. Er wird Interessenten seinen neuartigen, wie wirkungsvollen und dazu preisgünstigen Abbiegeassistenten vorstellen. Wer einen Lkw-Führerschein hat, kann auch mal Probefahren.

 


Lothar Müller (M.) nahm den Preis für die Kreisverkehrswacht Elbe-Elster vom Präsidenten der Deutschen Verkehrswacht Prof. Kurt Bodewig (l.) und von Dr. Michael Platzköster, dem Stifter des Preises, entgegen. Foto: privat

1. Busschule sorgt für Bronze-Titel

Bisher höchste Anerkennung für  Kreisverkehrswacht Elbe-Elster: 20. deutschlandweiter „mobil und sicher“-Preis in Bronze/Verkehrstag am 22. Juni mit großem Kart-Rennen

 

Finsterwalde (dbe). „Die Veranstaltung hat mir Mut gemacht. Ich traue mich jetzt und fahre künftig öfters allein mit dem Bus – aber mit meinem Rollator!“ Mit diesen Worten kommentierte eine gehbehinderte Frau ihren Besuch einer Veranstaltung der Kreisverkehrswacht Elbe-Elster in Finsterwalde.  Die Verkehrswächter hatten im vorigen Jahr in enger Zusammenarbeit mit  der Verkehrsmanagement-Gesellschaft und auch dem Sanitätshaus Kröger die „1. Busschule für Ältere, Behinderte sowie Rollatorfahrer“ organisiert.  Ziel des Vorhabens war es, Personen, die gehbehindert sind, die Mobilität zu erhalten. Bei der Busschule wurde geübt, wie man sicher ein- und aussteigt, wie man sich im Bus verhält. Die Teilnehmer erfuhren Details zum Nahverkehr und zur Stadtlinie in der Sängerstadt.

 

Mit diesem Projekt hat sich die Kreisverkehrswacht Elbe-Elster am bundesweiten Wettbewerb um den begehrten „mobil-und-sicher-Preis“ beteiligt – und dafür die Bronzemedaille bekommen. Lothar Müller, seit Jahren ein bekannter und sehr engagierter Verkehrswächter, der allein 100 Verkehrsteilnehmerschulungen organisiert hat, nahm den Preis in Bronze – eine Urkunde und 550 Euro - bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung in Bremen in Empfang. Überreicht wurden die Preise vom früheren Bundesverkehrsminister Prof. Kurt Bodewig, Präsident der Deutschen Verkehrswacht, und Dr. Michael Platzköster, Geschäftsführer vom Verlag Max-Schmidt-Römhild GmbH & Co.KG, dem Stifter der Preise und Verleger von Deutschlands großem Verkehrssicherheitsmagazin „mobil und sicher“ sowie der Chefredakteurin des Magazins Dr. Rita Bourauel.  Die Kreisverkehrswacht Elbe-Elster hat in diesem Jahr bereits die 2. Busschule veranstaltet, die zur jährlichen Tradition werden soll.   

 

Seit 20 Jahren sind die 600 örtlichen Verkehrswachten mit den 60000 ehrenamtlich engagierten Mitgliedern in den 16 Landesverkehrswachten in Deutschland aufgerufen, sich mit besonders wirkungsvollen Aktionen zur Verkehrssicherheit an diesem Wettbewerb zu beteiligen. „Ich bedanke mich in dem Zusammenhang bei unseren mehr als 60 Mitgliedern für ihre engagierte Arbeit, die erstmals mit einem solchen Preis gewürdigt wurde“, erklärt Dieter Babbe, Vorsitzender der Kreisverkehrswacht Elbe-Elster. Nächster Höhepunkt im Vereinsleben: der Verkehrstag am Sonnabend, 22. Juni 2019. Ab 10 Uhr findet auf dem Motodrom in Massen wieder ein Kart-Rennen für jedermann um den „Großen Preis des Elbe-Elster-Kreises“ statt. 


Wo die Sowjets ihre MiG`s sicher parkten

17 Radler und die Hündin Maja aus Zeckerin erkunden am Kröger-Sporttag, wie in Massen auf kurzem Weg und umweltfreundlich Holz zu Wärme wird/Auch Verkehrswächter bei der Radtour dabei

 

Massen (dbe). Dass die Sowjetarmee mal einen Beitrag für eine umweltfreundliche Wärmeversorgung in Massen leisten wird, hätte man sich in den 70er Jahren nicht vorstellen können – weder die damals lokalen Verantwortlichen noch die Sowjets. Die hatten auf dem damaligen Militärflugplatz zahlreiche Shelter errichtet, die als geschützte Unterstände für die MiG-Flugzeuge dienten. Drei von den  Betonbauten dienen heute als Trockenhalle für Hackschnitzel.

 

Die wiederum stammen von den so genannten Kurzumtriebsplantagen östlich vom Massener Gewerbegebiet gelegen. Hier stehen schnellwachsende Baumarten, insbesondere Pappeln, die alle drei, vier Jahre geerntet werden können. Die erste Holzernte war bereits 2012 auf einer Fläche von drei Hektar, in den nächsten Jahren soll die Fläche fast vervierfacht werden.

 

Das geschnetzelte Holz wandert nach einer Trockenzeit in den genannten torlosen Sheltern, wo eine sehr gute Zugluft herrscht, in ein spezielles Bauwerk: ins Holzhackschnitzelwerk im Gewerbegebiet. Von hier aus werden die Schule, die Turnhalle, das Energie-Service-Center und das Gebäude der Amtsverwaltung im Winter mit Wärme versorgt.

 

„Innerhalb von nur fünf Kilometern ist ein Wirtschaftskreislauf entstanden, der in höchsten Maße umweltfreundlich ist. In einem Jahr werden 300 Tonnen Kohlendioxid eingespart“, erklärt Carmen Schulze den interessierten Radlern bei einer speziellen Führung anlässlich des Kröger-Sporttages. Die junge Frau vom Amt Kleine Elster betreut seit vier Jahren das in der Region einzigartige Projekt. Das nicht nur für ein gesundes Klima sorgt.

 

Die Radlertruppe machte an der Holzplantage halt, besuchte die Shelter, wo die Hackschnitzel gelagert werden und machte Station im Heizwerk, wo sie in Wärme umgewandelt werden. Im Winter freilich – dazwischen sorgt ein Gaskessel für warmes Wasser und fängt die Spitzenlasten des Heizwerkes ab.  

 

Kurzer Halt war dann noch vor einem Feld, das von den Massener Höfen bewirtschaftet wird. Hier durchziehen schmale Streifen mit schnellwachsenden Holzarten die Ackerfläche, schützen die vor Erosion, sorgen so für eine abwechslungsreiche Landschaft, in der auch Reh- und anderes Wild Deckung finden kann.

 

Im Holzschnitzelkraftwerk ist noch Platz für einen weiteren Kessel. Auf dem Dach soll künftige eine Solaranlage installiert werden, der erzeugte Strom wird für den Betrieb des Heizwerkes verwendet, teilte Bürgermeister Lutz Modrow mit, der mit seiner Frau an der interessanten Radfahrt teilnahm.

Ob Modrow das als Bürgermeister noch erleben wird, stand an dem (Wahl-)Tag zu dem Zeitpunkt noch nicht fest. Mit Detlef Bönisch hat der Amtsinhaber einen Konkurrenten um das kommunale Ehrenamt bekommen. (Inzwischen wissen wir, dass Herr Modrow mit einem hohen Stimmenanteil erneut zum Bürgermeister gewählt wurde.)

 

Die mitgeradelten Verkehrswächter konnten am Ende der dreistündigen und etwa 20 Kilometer langen Radfahrt, die um die Mittagszeit auf dem Hamburger Fischmarkt in der Sängerstadt zur Stärkung Halt gemacht haben, feststellen: Die Tour, versiert angeführt von der zuständigen Amtsfrau Carmen Schulze, verlief ohne Zwischen- und Unfälle, alle 17 Teilnehmer sind gesund, aber mit vielen Erkenntnissen im Ziel angekommen.

 

Noch was am Rande: Den wohl weitesten Weg hatte die schwarze Maja. Die zwei Jahre alte Mischlingshündin hatte bereits einen langen Weg von Zeckerin nach Massen auf vier Pfoten hinter sich, bevor sie bei Herrchen am Fahrrad an der Leine nebenher laufend an der Radtour teilnahm.  Und dann auch noch wieder nach Hause musste. Unser Foto zeigt Maja interessiert bei der Besichtigung des Heizhauses. Fotos: Dieter Babbe


 

Thomas` Energiesnacks zum Radlerstart

 

Kreisverkehrswächter als Begleiter bei der ersten zweitägigen RadKulTour von der Kreis- in die Sängerstadt dabei/Unser Verein begleitet mit drei Mitgliedern

 

 Herzberg/Finsterwalde (dbe). Das schon mal vorneweg: Die erste RadKulTour 2019 war ein voller Erfolg – trotz des miserablen Radlerwetters am ersten Tag. Als es von Herzberg aus in Richtung Doberlug ging, waren bei den meisten der etwa 40 Teilnehmer im Werenzhainer Atelierhof zumindest die Schuhe und Socken nass. Nebenbei gesagt: Der Regen war nach dem Hitzesommer 2018 und dem trockenen Frühjahr 2019 goldwert – aber bei der ersten zweitägigen Radtour durch den Elbe-Elster-Kreis hätte man sich lieber  gewünscht, dass Klärchen mitfährt.

 

Doch auch die drei Mitglieder der Kreisverkehrswacht Elbe-Elster hatten sich vom Wetterbericht am Vortag nicht abschrecken lassen. Schließlich hatte unser Verein in den Vorbereitungsrunden zugesagt, bei der 1. RadKulTour als Begleiter zu helfen, damit die Fahrt für alle zu einem Erlebnis wird. Als zwei Verkehrswächter krankheitshalber ihre Teilnahme kurzfristig absagen mussten, sprang eine Frau, erst seit kurzem Mitglied in unserem Verein, schnell ein. So fuhren Andrea und Dieter im Pulk mit – besser gesagt meist am Ende, damit auch der letzte Fahrer nicht alleine radeln musste. Für Hans-Joachim Riedel war das überhaupt die erste Teilnahme bei einer Gemeinschaftsfahrt. Der 59-jährige Herzberger musste schon tüchtig strampeln, damit er mit seinem alten Diamant-Fahrrad, das so alt ist wie er selbst und die Gangschaltung nicht richtig funktionierte, den Anschluss nicht verpasst.  Immer vorneweg war dagegen Werner Thiemig aus Crinitz. Der 83-Jährige ist noch immer fit wie ein Turnschuh, lässt kaum eine organisierte Radfahrt aus, ist sogar Stammgast bei der Tour de Prignitz, der größten Radveranstaltung in Brandenburg. Für Werner Thiemig war die über 80 Kilometer lange Elbe-Elster-Route, verteilt auf zwei Tage, eher was zum Warmmachen.  Schade nur: Als wir Verkehrswächter die Radler aus Berlin auf dem Herzberger Bahnhof begrüßen und bis zur Startlinie auf dem  Marktplatz begleiten wollten – stieg leider niemand aus dem 9-Uhr-Zug aus.

 

 Thomas brachte unsere beiden Mitglieder von Finsterwalde mit einem unserer Transporter nach Herzberg zum Start, holte sie am späten Nachmittag am Ziel des ersten Etappenorts Doberlug wieder ab und brachte sie Sonntagfrüh zum Beginn der zweiten Tagesetappe wieder dorthin. Beim Start in Herzberg verteilte Thomas auf dem Markt etliche Energiesnacks, die von den Teilnehmern gern angenommen wurden – schließlich lagen 48 Strampel-Kilometer vor uns. Ansonsten hielt sich Thomas zwei Tage lang mit dem Auto im Hintergrund auf – immer auf Abruf, falls bei einer Panne Hilfe und ein Transportmittel gebraucht wurde.

 

Doch während es dazu nicht kam, war schon wenige Kilometer hinter Herzberg die Hilfe der mitradelnden Verkehrswächter gefragt: Ein Radler wollte den Sattel vom Leihfahrrad verstellen, hatte aber keinen passenden Schraubenschlüssel bei sich.  Wir konnten problemlos helfen.

 

Selbst ist der Mann – so hieß es auch bei der zweiten Tagesetappe am Sonntag am Fuße des Liegenden Eiffelturms, als ein Fahrrad „einen Platten“ hatte. Der Ehemann der Radfahrerin war auf solch einen Fall gut vorbereitet, mit Reparaturschaum, der schnellen Pannenhilfe, konnte das Loch im Reifen fix gestopft werden und die Fahrt ging nach wenigen Minuten weiter.

 

Einen großen Schreck bekamen alle Radler, als kurz vor Werenzhain eine Frau mit ihrem Fahrrad stürzte. Jemand vor ihr soll plötzlich gebremst haben, worauf sie auffuhr und zu Fall kam.  Doch statt Panik lief die Hilfe professionell ab. Die Extremradler vom Märkischen Kreis, die demnächst am härtesten Radrennen der Welt in den USA teilnehmen, denen solche Situationen offensichtlich nicht fremd sind, leisteten Erste Hilfe, hatten schnell Verbandszeug bei der Hand und versorgten die blutende Frau – bis schon nach wenigen Minuten der Krankenwagen kam. Nachdem die Platzwunde am Kopf im Krankenhaus behandelt wurde, konnte die Finsterwalderin die Radfahrt zwar nicht fortsetzen, aber wieder nach Hause.

 

 Ansonsten klappte die Radtour, von Landkreis und Tourismusverband bestens und stabsmäßig organisiert, wie am Schnürchen. Dazu gehört auch eine nette Geste zum Muttertag: Alle mitradelnden Frauen bekamen ein Blümchen überreicht. Und viele Partner trugen zum Gelingen bei: Genannt seien hier nur der Schliebener Frauenchor, der auf dem Drandorfhof beim „Ja wir sind mit dem Radl da“ zum Mitsingen einlud, oder die Finsterwalder Sänger, die bei der Zieleinfahrt in Finsterwalde das Sängerlied anstimmten. Auch die Frauen vom Werenzhainer Atelierhof hatten die Ankunft der Radler bestens vorbereitet, die sich hier bei Kaffee und Kuchen stärken, am Ofen aufwärmen und die Kunstwerke bewundern konnten. Auch Hans-Joachim Riedel war begeistert – für den Herzberger steht fest: „Nächstes Jahr fahre ich bei der 2. RadKulTour wieder mit.“  Und vielleicht ist dann auch Klärchen dabei. 

 


 

Kreisverkehrswacht jetzt auf acht Rädern unterwegs

 

Am Vorabend des 1. Mai 2019 hat die Kreisverkehrswacht Elbe-Elster auf dem Hof des Vereinssitzes an der Kreismusikschule in Finsterwalde ein neues Auto geschenkt und übergeben bekommen. Der Transporter wird ausschließlich für unser neues Kita-Projekt eingesetzt, das die beiden Verkehrswächter Thomas Nissen und Holmar Zeisbrich in vorbildlicher Weise betreuen. Rainer Genilke, Präsident der Landesverkehrswacht Brandenburg (2.v.l.), und Thomas Hettwer, Vorsitzender der Stiftung der Sparkasse Elbe-Elster (4.v.r.), haben das Geschenk an den Verein übergeben. Finsterwaldes Bürgermeister Jörg Gampe, Schirmherr der Kreisverkehrwacht Elbe-Elster (3.v.r.), hat bei der Übergabe erneut das neue Kita-Projekt, mit dem ALLE Schulanfänger in ALLEN Kitas des Landkreises mit einer speziellen Verkehrserziehung erreicht werden sollen, ausdrücklich gewürdigt.  Die Kreisverkehrswacht Elbe-Elster ist damit im Besitz von zwei Fahrzeugen, um so noch mobiler zu sein und die Vielzahl der Landes- und Bundesprojekte zur Verkehrserziehung vom Kind bis zum Senior, vom Fußgänger, dem Radfahrer und Autofahrer noch besser betreuen zu können.

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Verkehrswächter laden 2019 zum Radeln ein:  Kreisverkehrswacht begleitet erste Zwei-Tages-Tour von Herzberg nach Finsterwalde

 

Finsterwalde/Doberlug-Kirchhain. Sicher mit der Kreisverkehrswacht radeln! Wir laden auch in diesem Jahr wieder zu interessanten Radtouren ein.  Die erste Veranstaltung ist gleich ein Paukenschlag. Erstmals veranstaltet der kreisliche Tourismusverband am 11. und 12. Mai zu einer Zwei-Tages-Fahrt durch den Elbe-Elster-Kreis ein. Unter dem Motto „Elbe-Elster RadKultTour 2019“ geht es am ersten Tag von der Kreisstadt Herzberg bis nach Doberlug-Kirchhain, am zweiten Tag wird das Besucherbergwerk in Lichterfeld angesteuert. Ziel ist die Sängerstadt Finsterwalde. Und was noch wichtig ist: Mitglieder unseres Vereins, Lothar Müller, Wolf-Arne Müller und Dieter Babbe begleiten die gesamte Tour, damit die Teilnehmer sicher ihr Ziel erreichen und viele Erlebnisse aus dem Elbe-Elster-Kreis mit nach Hause nehmen. Sollte es eine schwere Panne geben und sich das Fahrrad nicht mehr reparieren lassen, oder ist ein Teilnehmer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage, die Fahrt fortzusetzen, dann steht Thomas Nissen abrufbereit mit seinem Transporter, um zu helfen.  

 

Die Kreisverkehrswacht führt noch bei weiteren drei Radtouren Regie.  

 

„Holz und Wind durch die Steckdose“ heißt das Motto am 26. Mai. Von der Kröger Gesundheitspassage in Massen aus geht es zu den Holzplantagen und zum Blockheizkraftwerk sowie zu den Windmühlen im Amt.

 

Am 10. August startet unsere diesjährige Familienradtour, wo insbesondere Familien mit kleineren Kindern, die bereits in Begleitung von Erwachsenen alleine Fahrrad fahren können, eingeladen – und neugierig auf fremde Kulturen sind. Hier geht es nicht um ein hohes Tempo und viele Kilometer. Die Strecke von Nehesdorf bis nach Sorno ist für kurze Beine gut zu schaffen. Im Finsterwalder Ortsteil besuchen wir einen buddhistischen Tempel – ein früherer kleiner Bauernhof, der heute ein Nonnenkloster ist.  Freundliche Frauen werden uns empfangen – und auch mit den Kindern meditieren. Ein einzigartiges Erlebnis für die Steppkes, wie für Eltern und Großeltern. 

 

„Dahin, wo der Pfeffer wächst“ wollen wir am 7. September radeln. Von Finsterwalde aus geht es nach Zeischa, wo Roland Graeff von der dortigen Baumschule eine Pfefferplantage angelegt hat. Auch der Gaumen kommt nicht zu kurz – bei der Verkostung der leckeren (und gepfefferten) Wurstwaren von Fleischermeister Weiland aus Doberlug-Kirchhain, der seinen Pfeffer aus Zeischa bezieht.  

 

dbe 


„Rollator-Führerschein“ für Isolde Grosche  73-jährige Finsterwalderin ging vor der Wende in den Westen, ist Rückkehrer und will weiter auch per Bus ihre Heimat erkunden

Finsterwalde. Isolde Grosche ist das, was man einen Rückkehrer nennt. Als es noch eine Grenze zwischen der DDR und der BRD gab, hat sie im Jahre 1989 Finsterwalde verlassen – der Liebe wegen. Sie hatte über eine Zeitung einen Mann aus dem Westen kennengelernt. Seinetwegen zog sie ins Baden-württembergische. Seit dem 1. Mai vorigen Jahres lebt die heute alleinstehende 73-Jährige wieder in Finsterwalde. „Ich bin wieder in meiner Heimat angekommen“, sagt die Frau wie erleichtert, als sie dieser Tag zusammen mit anderen in den Seniorenbus stieg.

Die Kreisverkehrswacht Elbe-Elster und Verkehrsmanagement-Gesellschaft haben zum zweiten Mal gehbehinderte Menschen zu einer Busschule eingeladen, die auf einen Rollator angewiesen sind. Bei einer Sonderfahrt von der Haltestelle in der Rosa-Luxemburg-Straße vor dem altersgerechten Wohnblock über den Lausitz-Flugplatz bis zum Bahnhof und wieder zurück übten die Teilnehmer das richtige und sichere Ein- und Aussteigen und erfuhren unterwegs viel Interessantes: Wie erreicht man die Fahrplanauskunft? Wie ruft man die Rufbus? In welchem Takt fährt der Sängerstadt-Bus? Michael Noack vom Sanitätshaus Kröger nahm bei einem Halt alle Rollatoren in Augenschein. Er verwies darauf, dass die Griffe der Rollatoren oft zu hoch eingestellt seien. „Richtig ist, wenn die Griffe bis zum Handgelenk reichen“, erläuterte er und passte alle Rollatoren der Größe der Nutzer an. Es gibt hunderte verschiedene Rollatorentypen auf dem Markt, im Sanitätshaus Kröger werden Dutzende angeboten – „welcher der Richtige ist, muss jeder selbst ausprobieren“, sagte der Fachmann.

„Beim Einsteigen in den Bus den Rollator mit den Vorderrädern ankippen und am Ende rückwärts aussteigen“, erkärte Frank Eichhorn von der Verkehrsmanagement-Gesellschaft – vor allem das Aussteigen fiel einigen älteren Leuten anfangs noch schwer. „Deshalb üben wir es ja“, sagte Konrad Müller von der Kreisverkehrswacht, der diesmal insbesondere Bewohner der neuen Seniorenwohnstätte in der Saarlandstraße eingeladen hatte. Doch am Ende hieß es: Alle haben die „Prüfung“ bestanden. Jeder Teilnehmer bekam – unter Beifall - einen „Rollator-Führerschein“ überreicht, den Verkehrswächter Dr. Heiner Jacob, einer der derzeit drei Buftis bei der Kreisverkehrswacht, vorbereitet hatte.

Auch für Isolde Grosche war die Busschule ein Gewinn. „Ich bin noch viel unterwegs, will was sehen und erleben – das war ein lehrreicher Vormittag, der den Teilnehmern noch mehr Mut gemacht hat, trotz Gehbehinderung den Bus zu nutzen und so mobil zu sein“, lobte die alte Neu-Finsterwalderin – die zu DDR-Zeiten bis zu ihrer Ausreise in den Crinitzer Steinzeugwerken als Industriekaufmann und im Westen in der Altenpflege gearbeitet hat. Seit November vorigen Jahres hat sie in der neuen Senioren-Wohnanlage in der Saarlandstraße ein neues Zuhause gefunden. „Hier habe ich alles, was ich im Alter brauche. Ich bin sehr froh, dass ich hier wohnen kann“, freute sich Isolde Grosche. „Finsterwalde von vor der Wende und Finsterwalde heute – das ist nicht mehr zu vergleichen. Die Stadt hat sich völlig verändert, ich bin verliebt in meine schöne Stadt“, lobte Isolde Grosche – und schiebt aber gleich noch was nach: „Schade nur, dass so viele Geschäfte in der Innenstadt sterben.“

Die 73-Jährige fühlt sich noch rüstig, ihre Heimatstadt zu Fuß oder mit dem Bus – und mit ihrem Rollator zu erkunden. Frank Eichhorn hatte da noch gute Nachrichten nicht nur für Isolde Grosche: „Bis zum Jahre 2022 sollen alle Bushaltestellen behindertengerecht ausgebaut sein.“ Und: Das Nahverkehrsunternehmen arbeitet an der Einführung des so genannten PlusBus. Busse fahren dann im schnelleren Takt und auch an den Wochenenden.

Übrigens: Am Steuer der Busschule saß, wie bereits im vorigen Jahr, Michael Niepel. Der erfahrene Steuermann ist schon mit seinem Bus verwachsen – er arbeitet bereits seit 36 Jahren beim „Kraftverkehr“, wie seine Firma früher mal hieß. Und bei manch altem Finsterwalder immer noch heißt.

Dieter Babbe


Gold aus Potsdam für einen Herzberger
Verkehrswächter Eberhard Kühnberg in der Landeshauptstadt mit der höchsten Auszeichnung des Verbandes geehrt

Herzberg/Potsdam. Der Herzberger Eberhard Kühnberg, ein Verkehrswächter mit Leib und Seele, ist am Wochenende in Potsdam mit dem Ehrenzeichen in Gold geehrt worden – die höchste Auszeichnung, die die Landesverkehrswacht Brandenburg zu vergeben hat.

Für Kühnberg ist die Verkehrserziehung seit Jahrzehnten eine Herzensangelegenheit. Schon zu DDR-Zeiten, als der Diplom-Landwirt Technischer Leiter bei der LPG „Karl Marx“ in Kolochau war - mit 1500 Mitarbeitern und 7500 Hektar Fläche eine der größten Genossenschaften weit und breit – kümmerte er sich nicht nur um die Technik, obwohl da mehr als genug zu tun war. „120 Traktoren, 20 Lkw, 20 Krane, sechs Busse und 300 Anhänger mussten jährlich, manche zweimal im Jahr, durch die technische Kontrolle. Auch von der Tierproduktion kam die Technik zu uns“, erinnert sich Eberhard Kühnberg – der als Chef vom Verkehrssicherheitsaktiv der LPG auch dafür den Hut auf hatte: „Unsere Mitarbeiter in den Brigaden sind regelmäßig in der Verkehrserziehung geschult worden.“

Als dann die Wende kam wechselte der erfahrene Verkehrsexperte in die damalige Herzberger Kreisverwaltung, wo er Leiter des Straßenverkehrsamtes wurde. Als aus den Kreisen Finsterwalde, Bad Liebenwerda und Herzberg der Elbe-Elster-Kreis gebildet wurde, war Eberhard Kühnberg zunächst einer der Stellvertreter des Straßenverkehrsamtes und später Abteilungsleiter im neuen Ordnungsamt. „Jetzt war für mich klar: Wir brauchen in der Kreisstadt wieder eine organisierte Verkehrserziehung.“ Im März 1998 ist die Verkehrswacht Herzberg gegründet worden, die gegenwärtig 45 Mitglieder hat, Eberhard Kühnberg ist von Anfang an der Vorsitzende.

Bei etwa 100 Schulungen sind im vorigen Jahr mehr als 1300 Verkehrsteilnehmer im Altkreis und darüber hinaus erreicht worden. „Dadurch, dass die Elster-Werkstätten bei uns vor Ort sind, legen wir besonderen Wert darauf, dass behinderte Menschen gut auf richtiges Verhalten im Straßenverkehr vorbereitet werden – 30 Veranstaltungen mit etwa 450 Teilnehmern gab es 2018“, betont der Vorsitzende. Auch bei der Schulung von Radfahrern engagieren sich die Vereinsmitglieder. Außerdem: 250 Fahrräder sind im vorigen Jahr codiert worden. Die Sicherheitstrainings für Pkw-, Motorrad- und Fahrer von Kleintransportern – zehn bis 15 finden jährlich statt – standen eine Zeit lang auf der Kippe. Eine benachbarte Firma wollte sich erweitern und brauchte dazu einen Teil der Fläche von unserem Verkehrsgarten. „Doch das ist erst mal abgewendet. Von der Stadt haben wir jetzt die Zusage, dass wir den Platz zunächst für weitere zehn Jahre nutzen können“, ist Eberhard Kühnberg froh. Die Firma werde sich an anderen Standorten erweitern.

Der heute 76-Jährige, der den Verein von seinem häuslichen Büro aus leitet, „wo ich telefonisch jederzeit erreichbar bin. Wenn ich im Garten bin, nehme ich das Telefon mit“, spielt schon länger mit dem Gedanken, im Ehrenamt etwas kürzer zu treten und den Vorsitz in jüngere Hände zu geben. „Ich möchte aber den oder die Neue noch richtig einarbeiten“, betont Eberhard Kühnberg. Sein Problem: „Es hat sich bisher noch niemand gefunden!“ 

Dieter Babbe


 

 

Potsdam würdigt: "Sorgt wie kein anderer zuvor für einen guten Ruf der Verkehrswacht." Die Rede ist von Rainer Genilke, dem Landespräsidenten

 

Finsterwalder bei der Jahreshauptversammlung in Potsdam mit der Ehrennadel in Silber geehrt

 

 

 

Potsdam/Finsterwalde. Er hat wie kein anderer zuvor die Außenwirkung der Landesverkehrswacht Brandenburg und auch der Deutschen Verkehrswacht positiv beeinflusst. Er hat wie kein Vorgänger Kontakte zu den Ministerien der Landesregierung geknüpft. Er hat der Arbeit der Landesverkehrswacht in nicht mal fünf Jahren deutliche Impulse verliehen. Die Rede war von Rainer Genilke – der Finsterwalder, Mitglied der Kreisverkehrswacht Elbe-Elster, ist im November 2014 zum Präsidenten der Landesverkehrswacht Brandenburg gewählt worden.   Die Lobesworte kamen von Rudolf Frotscher - der Vizepräsident der Landesverkehrswacht verlieh Rainer Genilke bei der Jahreshauptversammlung in Potsdam die Ehrennadel der Landesverkehrswacht in Silber. Ebenfalls mit Silber ist Irina Günther, bereits seit 14 Jahren Geschäftsführerin der Landesverkehrswacht Brandenburg, geehrt worden. dbe Foto: Dieter Babbe

 


 

2018: Alle drei Tage ein Toter auf den Straßen

 

Präsident der Landesverkehrswacht Rainer Genilke würdigt in Senftenberg ehrenamtliche Arbeit der Kreisverkehrswacht OSL/Nachbarn aus dem Elbe-Elster-Kreis zu Gast bei der Jahreshautpversammlung 

Senftenberg.  Kompliment an die Nachbarn! Das sagen Dieter Babbe und Wolf-Arne Müller, der Vorsitzende und der Stellvertreter sowie Geschäftsführer unseres Vereins, den Verkehrswächtern im OSL-Kreis. Beide waren zur Jahreshauptversammlung nach Senftenberg eingeladen, wo sie regelmäßig zu Gast sind. Seit vielen Jahren wird die dortige Kreisverkehrswacht von Hans-Joachim Dupski geleitet, der in seinem Bericht von den vielfältigen Aktivitäten berichtet hat. So haben die sieben Moderatoren – so viele gibt es bei keiner anderen Verkehrswacht in Brandenburg – im vorigen Jahr bei 162 Veranstaltungen immerhin 2600 Teilnehmer erreicht.  Neben den Aufgaben zur Verkehrserziehung steht ein anderer Brocken vor den Verkehrswächtern: Das Dach vom vereinseigenen Gebäude in der Felix-Spiro-Straße ist marode. Eine Neueindeckung kostet bis zu 40000 Euro.

 

Nicht um Geld, sondern um Menschenleben ging es Rainer Genilke, dem aus Finsterwalde stammenden Präsidenten der Landesverkehrswacht. In seiner kurzen Wortmeldung kam er auf die an dem Tag veröffentlichte Unfallstatistik 2018 zu sprechen: In Brandenburg gab es alle sechs Minuten einen Verkehrsunfall. Alle 45 Minuten wird ein Mensch verletzt und alle drei Tage ist ein Unfalltoter zu beklagen. 143 Verkehrstote gab es im vorigen Jahr, darunter sogar ein Kind. „Der Mensch ist so wie er ist, mit all seinen Fehlern und Schwächen, er fährt für einen Moment unaufmerksam, achtet nicht immer auf Regeln, fährt mitunter unter Alkohol oder Drogen“, sagte Rainer Genilke – und kommt zu dem Schluss: „Die ehrenamtliche Arbeit der Verkehrswachten hat an Bedeutung nicht eingebüßt – im Gegenteil.“ Jeder Verletzte oder gar Tote auf den Straßen ist einer zu viel.  Hans-Joachim Dupski und seine Truppe will sich dieser Aufgabe weiter stellen.  Auch die Kreisverkehrswacht OSL ist auf der Suche nach weiteren Mitstreitern. –db-